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02 | Nachdenken

Die andere Richtung

"Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt."
- Arthur Schopenhauer

 

Mangelnde Nähe, fehlende Beidseitigkeit, Energievampire, Egoismus, Egozentrik. Überall Ratschläge, wie und dass man dem unbedingt entgegnen und entgehen muss.
Die meisten tun es aus einem Grund nicht: es gibt keine oder kaum andere. Das ganze Umfeld wimmelt nur so von „solchen“.
Stimmt. Und da ist natürlich auch kein anderer Rat zu erwarten als „hau da ab“. Aber nirgends steht, wie man einen GUTEN Freund und eine GUTE Beziehung findet. Da steht nur „suche dir andere“ - aber wo und wie steht da natürlich nicht. Wie auch, der berühmte Zufall und dann...

Bei vielen fängt's schon in der Kindheit an und wird zu einem echten Mangel, unter dem man leidet. Stets begegnet einem das anfangs Genannte, nicht selten sogar bei den Eltern. Und das setzt sich fort. Sie wissen, es gibt auch das andere, sie selbst sind ja keine... Egoisten, Energievampire usw. Jaaa, sie ziehen solche aber an. Ohne „das Gegenteil“ können diese nicht so sein wie sie sind. Und es ist leichter „so“ zu sein als „anders“.
Nicht abgrenzen, sie nicht zum Teufel jagen aus Angst, dass es keine anderen gibt oder wieder nur auf so jemanden zu treffen? Immer vorausgesetzt, man hat aus solch verqueren Beziehungen keinen anderen Gewinn, außer „nicht mehr alleine zu sein“ und wahre menschliche Nähe erfahren zu wollen, darauf zu hoffen. Den Zahn ziehen einem die eigenen Erfahrungen – oder der Rat Unbeteiligter.
Es gibt „die anderen“, Gleichgesinnte, sie beschäftigen sich aber mehr mit der Hoffnung auf... das andere. Obendrein: sie sind tatsächlich selten. Was verschwinden muss ist diese Angst.


Es ist allemal besser, wirklich alleine zu sein, ohne echte Nähe eines Zweiten, als in solch zehrenden und unguten Verbindungen, worin man beides auch MIT einem lediglich physisch vorhandenen Menschen ist, und oft nicht mal das. Man hat dann Zeit und den Kopf frei für andere Dinge, die einen manchmal auch zu dem Erwünschten führen. Der Zufall will's.
Klar, begegnen tut einem eher das, was bisher war, also die eingangs Genannten, das ist sicher. Es bringt auch nichts, selbst zu dem zu werden, es sei denn denen gegenüber, da ist nichts anderes sinnvoll. Auf diese Weise wird man sie nämlich ein- für allemal und recht fix los. Und das will man ja, wenn man klug ist und weise, und wenigstens ein bisschen, im gesunden Rahmen, an sich selber denkt.
Aber da hat man bereits gelernt, sie zu erkennen, also lässt man sich „auf solche“ schon gar nicht mehr ein. Nicht schlecht, oder? Was schlimm ist, ist die Enttäuschung: Schon wieder nur solche... Ja gibt es denn nur...?
Nein, nicht nur, aber zahlenmäßig sehr viele. Und damit müssen wir leben lernen.
„Unsereiner“, das andere, Beidseitigkeit, Fairness, nicht egozentrisch, nicht berechnend, kein Energieräuber, ist selten. Wir werden geschätzt – aber nur von unsereiner, die anderen benutzen.

Und damit müssen wir leben lernen, natürlich nicht mit denen, sondern dass es allemal besser ist... und Alleinsein... siehe oben.

Das Leben genießen und zwar nicht „ohne wirkliche Nähe“, sondern „ohne solche“!
Unser Blick geht ja immer auf Mangel, auf das, was nicht ist. „Ohne solche“, ohne Egoisten, Egozentriker, Energievampire, wird es ein reicheres sein, ohne Nähe als Formulierung recht arm. Genau darauf spekulieren sie, diese Armleuchter, solche. Dass wir unter genau diesem „ohne“ leiden und uns auf reines Hoffen und sie einlassen.
Die Sehnsucht nach dem was nicht ist, vielleicht noch nie war oder aus irgendwelchen Gründen wieder verschwunden ist, macht uns empfänglich für Schlimmeres.

Was genau haben wir denn nicht mehr, wenn wir die eingangs Genannten aus unserem Leben verbannen? Keine Anrufe mehr, die uns bis zum Erbrechen fordern, weil wir ja auf sie eingehen wollen. Wenn wir mal selber brauchen keine Allgemeinplätze mehr, keine Floskeln und „nicht bei der Sache“. Kein in dem Moment „es kommt grad Besuch“, oder ein anderer Anruf, dem sich solche sofort widmen, keine anderen „wichtigen Fragen“, keine bösartigen Dinge, Vorwürfe, falls doch mal keine Zeit oder Lust mehr darauf... Die Liste ist lang, warum man sich „nicht mit uns befassen kann“. Mal verzeihlich, aber häufig oder gar immer?
Keine nicht-Besuche mehr oder keine, die ähnlich verlaufen wie die Telefonate. Keine Vorschläge mehr, die voll an unseren Bedürfnissen und dem bisher Gesagten vorbeilaufen. Keine nicht-Antworten auf unsere Post und später ihre, wenn bei ihnen sich mal wieder was tat oder bemerkten, sie "müssen" mal wieder was tun, sonst ist man entschwunden.

Es ist doch immer das Gleiche und das vermissen Sie garantiert nicht.
Was Sie vermissen steht hier schon und wird es dort nie geben, maximal woanders, wenn überhaupt. Und falls doch, dann Seltenheit, eine wertvolle, unbenommen.
Menschen. Der Blick immer auf dem was fehlt. Möglichst so einfach und leicht wie nur möglich. Oft unersättlich. Effizienz, lassen Sie die doch auch mal walten. „Solche“ stellen keine dar. Sie klauen. Den letzten Nerv, die letzte Kraft, den Seelenfrieden, das eigene Wohlbefinden. Fehlt uns das etwa?
Bis ein anderer kommt, der es noch steigert, sollten wir also haushalten mit alledem, uns kümmern, aber nicht um die, wo es nur Zuschustern bedeutet. Für lau oder für nichts.
Solche fehlen uns nicht. Wir haben. Uns zum Beispiel oder Haustiere, einen Garten, die Natur überhaupt, nette andere Bekannte für ein kleines Schwätzchen, ein schönes Hobby, Interesse für unsere Umwelt, ein offenes Ohr und Empathie. Einen freundlichen Charakter, noch eine recht stabile Gesundheit, wenn es so weitergeht aber nimmer. Beides nicht.
Lassen wir „sie“ also alleine oder „unter sich“. Entweder sie ändern sich oder sie lassen es bleiben, nur so, auf diese Weise, wird es mit uns nichts. Da gibt es Besseres und das haben wir bereits.










Hildruth Sommer
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