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02 | Nachdenken

... ein Resümee

Alles versucht, nichts ausgelassen. Gekümmert. Kinder gut versorgt, Eltern gut versorgt. So gut es eben ging, entsprechend meinen Möglichkeiten. Zu einem großen Teil alleinerziehend und trotzdem geschafft. Unterhalt? Eine Lachnummer. Unterstützung? Noch eine größere. Steine im Weg, ganze Felsbrocken. Wenig Höhen, aber immerhin. Gewaltige Tiefen, gemeistert. Gepackt, wo andere aufgegeben hätten. Gearbeitet bis zum Umfallen, sauber geblieben, auch moralisch, der Blick in den Spiegel mit Stolz.
Nicht schlecht, oder?
Aber nun reicht's. Es war für ein Leben oft viel zu viel. Hätte für mehrere gelangt. Und trotzdem.
Endlich für niemanden mehr verantwortlich. Mein Bruder, na ja, aber das geht schon. Das Haus, das riesen Grundstück, mit seiner finanziellen und meiner tatkräftigen Leistung schaffbar. Am Ende eines schon ganz schön langen Weges. Die Enkel beinahe Unbekannte, die Kinder ihre eigenen Wege, also neue und andere. Was soll's? Endlich für niemanden mehr verantwortlich – außer mich selbst.
Viel für andere, aber kaum einer für mich, jetzt schon mal gar nicht. Nichts mehr zu bieten. Außer einem gewaltigen Wissen und enormer Erfahrung. Und die sagt mir: Mach weiter. Ist nun mal so, trifft auch andere und hätte durchaus noch schlimmer kommen können.
Für niemanden mehr verantwortlich, also lasst es, sollte einer auf den Gedanken kommen, mir welche aufzudrücken, wo keine ist.
Mein Pfund ist mein Leben. Damit kann ich wuchern gehen. Gut gemeistert, viele Fertigkeiten und eine enorme Klugheit erworben, weil ich nie aufgehört hatte, die Dinge zu hinterfragen und zu lernen. Ich war nie angekommen. Da gab es immer noch was. Sollte wer davon profitieren wollen: Für umsonst ist der Tod. Und ich muss nichts mehr, höchstens andere.
Also zurücklehnen und die Freiheit genießen. So gut es noch geht, denn an mir gesaugt haben viele, teilweise Schmarotzer, oft richtig widerliche Gestalten. Wölfe im Schafspelz, aber der ist nun durchsichtig geworden.
Am Ende angekommen noch nicht, in keiner Hinsicht. Auch wenn ich als Nächste an der Reihe bin. Aber da landet ja jeder. Irgendwann. So viel Zeit ist da aber gar nicht. Sie rennt. Der Hochmut der Jungen daher fehl am Platz, vor allem in Bezug auf ihr jetziges Wissen. Das ist noch an etlichen Stellen sehr lückenhaft. Kommt noch – oder auch nicht. Was soll's, es ist ihr Leben. Und ob sie mal wuchern können, wer weiß. Bei einigen sieht es nicht so aus. Dafür hat Mensch sich allerdings eine Methode geschaffen: Wenn nicht, waren es immer die anderen und nur die.
Der nächste Tag, die nächste Woche, bald hat es die nicht mehr. Kann sein morgen, kann sein es zieht sich noch. Allerdings: Mir Vorwürfe machen... lasst stecken. Ein starkes Leben, auf das ich zurückblicken kann. Ihr auch?

 










Hildruth Sommer
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