BURON FOTO PORTFOLIO 
Fotos 01

Oberförster Werner

Der zweite Jagdlehrer

Ein Zehner

Im Revier

Ansitzblick

Überläufer erlegt

Diese Unterseite ist einer anderen Leidenschaft gewidmet, die es mal gab: Natur, und dazu zählte etliche Jahre auch mal die Jagd.

Mein Jagd- und Jägerbild wurde durch meine beiden Lehrherren geprägt, vor allem von einem.

Die Anfänge

Mein erster jagdlicher Lehrer, zudem für 13 Jahre (bis zu seinem zu frühen Tod 1997) mein bester Freund, war Oberförster gewesen. Werner besaß eine überregional anerkannt hohe Fachkenntnis nicht nur als Förster, sondern auch in der Jagd und Wildbiologie. Er war ein kluger, ausgeglichener, empathischer, aufmerksamer und starker Typ, einfach ein toller Mensch. Der Zufall ließ unsere Wege sich kreuzen. Ich hatte auf einem meiner vielen neugierigen Pirschgänge einen verendeten Hirsch gefunden. Darum suchte ich den zuständigen Förster auf, und das war er. Ich bekam von ihm viel Literatur, Anleitung, meine zahllosen Fragen beantwortet... und etwas später die Empfehlung, Jägerin zu werden. Und so ging ich es 1985 an. Zunächst als "inoffizieller" Lehrling bei ihm, ab 1988 parallel und bis zur Wende als "offizieller" in einem weiteren Revier und bei einem weiteren Jagdlehrer. In der DDR war mir leider der Weg zur Schusswaffe und somit Jägerprüfung versperrt gewesen. Schön war diese Zeit als Eleve dennoch.



Fotos und Videos


Jagen in Schottland

- Video -


Max

Bock  erlegt am Hill

Schottisches Dreigestirn

Max in den Highlands

Max -das letzte Foto

Bilder des Monats

Äsender Bock


Friedfertige Abendstimmung


Bock und Ricke


Wie schön


Das "Grüne Abitur" legte ich daher erst 1990 an der Jagdschule Zollgrün ab. Auch meine Jungjägerjahre ab 1990 waren herrlich. Ich ging mit ihm gemeinsam in seinem Revier jagen. Parallel hierzu verlebte ich bis 1992 schöne Lehr- und Jungjägerzeiten im Revier des zweiten Jagdfreundes und -lehrers. Werner war sehr stolz auf mich, als im Anschluss an die bestandene Prüfung die Jagd zum Bestandteil meiner beruflichen Tätigkeit wurde. Erst recht, als ich zusätzlich ehrenamtlich als Mitglied der Thüringer Jägerprüfungskommision sieben Jahre lang die Neuen in einigen Bereichen "unter die Lupe nahm".

Nach seinem Tod veränderte sich einiges. Ich bemerkte, dass er nicht nur als Mensch, sondern auch jagdlich eine Ausnahme gewesen war. Nach Werners plötzlichem Tod jagte ich noch drei Jahre auch in seinem vormaligen Revier, mit viel Wehmut über den Verlust. Es erinnerte zu vieles an die herrlichen Zeiten mit ihm als Freund und einer "anderen Jagd". Zuvor versuchte ich es bei mehreren anderen Jagdherren und in weiteren Revieren. Ich verließ beides freiwillig, denn das Erlegen von Böcken während der Schonzeit, Schüsse in den Spiegel, Nachtansitze mit Hilfe von starken Taschenlampen, Schützen, die nie eine Jägerprüfung abgelegt hatten, Massenfütterung zwecks Töten oder dummer Neid hatten für mich nichts mit Naturerlebnis oder Können zu tun. Es war Jagen, wie ich es weder kannte noch wollte, aber eine Form, der ich immer häufiger begegnete. "Meine" Art Jagd wurde somit für mich in rasanter Geschwindigkeit zur wehmütigen Nostalgie.




Jagen in Schottland

Ein neuer Zufall brachte mir bereits ab 1999 Schottland, wo ich durch einen weiteren guten Freund nicht nur die mir entsprechende Jagdmöglichkeit erhielt, sondern echte Gastfreundschaft und Fairness genießen durfte. Die dort noch vorhandene ursprünglichere Jagd ohne Hetze auf große Trophäen oder Neid untereinander habe ich geschätzt. Sie rückte vieles, was mir in Deutschland begegnete, kurzzeitig wieder gerade. In Schottlands Hills war die Jagd ein wirkliches Zusammenspiel mit der Natur. Dort ist es wieder so gewesen, wie ich es durch Werner kennengelernt hatte. In Schottland zu jagen bedeutete gute Kenntnis der Gegebenheiten, Achtsamkeit, sich viel bewegen, weit pirschen, enorme Geduld und am Ende gar bäuchlings durch die Heidebüsche (und Modder) kriechen. Das Wetter ist rauh in Schottlands Weiten. Die Menschen sind alles andere als verwöhnt. Ihr Leben ist einfacher, direkter, bodenständig. Mein Freund hatte sich dieses Land genau deshalb als neue Heimat gewählt, denn ursprünglich kam er aus Deutschland.

Ansitzen, und das auch noch so bequem wie möglich, gab es dort nicht. Nach dem Erlegen waren es dann auch nicht nur mal hundert Meter bis zum Auto... In Schottland konnte ich Erlebnisse und Jagdfreude wieder teilen. Mit Max und einigen Schotten gab es lustige und schöne Schüsseltreiben bei bestem Whisky. Es war "nüchterne Praxis" ohne verklärende Geschichten drumherum. Ich durfte fühlen, welche Achtung vor "dem da draußen" existierte.

An vielen seiner Jagdgäste verzweifelte allerdings auch Max mit wachsender Häufigkeit. Seine Gäste waren oft das, vor dem ich in Deutschland jagdlich geflüchtet war. Er konnte diese Entwicklung nicht verstehen, akzeptieren schon mal gar nicht. Der Widerspruch zwischen Jagd als Geschäft... und eigenen Idealen.

Den Rhythmus einer vollen Jagdwoche habe ich allerdings nie durchgehalten, denn das bedeutete zur Bockzeit um drei bis vier Uhr (freilich morgens) raus aus den Federn, erst am Mittag wieder im Cottage eintreffen, rasch etwas essen, noch rascher schlafen und wieder hinaus bis oft gegen Mitternacht. Dort oben im Norden wurde es im Sommer einfach nicht völlig dunkel. Da habe ich doch ganz gerne mal gekniffen und auf einige der Pirschgänge verzichtet. In Schottland gab es ja auch so viel anderes zu bestaunen.

Am 9. Dezember 2008 verstarb leider auch mein Jagdfreund Max nach längerer Krankheit. Damit gehörte diese bodenständige Form der Jagd für mich endgültig der Vergangenheit an. Es hat eben alles seine Zeit...

Gedanken und Erlebnisse habe ich in Jagderzählungen festgehalten.

Ein schönes Zitat meines Lieblingsschriftstellers der Jagdliteratur zum Schluss:

Wär's nicht für uns und das, was wir tun und lieben, ein schlechtes Zeugnis, wenn die uns verstehen könnten? (Ludwig Benedikt Frhr. von Cramer-Klett)




Noch ein paar weitere Anmerkungen zur Jagd :

Ich schreibe ja davon, dass „die heutige Jagd nicht mehr meine“ ist. Die Motive, die ich angetroffen habe, sind immer häufiger blanke Wichtigtuerei gewesen, Egotrips, Prestige. In solchen Momenten gebe ich den Jagdgegnern recht. Was sie leider ins Abseits stellt, ist ihr pauschales Dagegen. Es gibt sie schon, die Jäger mit Rücksicht auf Wild und Natur, aber sie werden eben immer seltener.


Als ich Jägerin wurde, war sie im Wesentlichen eine Sache von Leidenschaft und Interesse. Im Wesentlichen, denn Ausnahmen gab es auch damals schon immer. Sie war gepaart mit sehr viel Praxis, schon bei der Ausbildung. Für die Dauer von mindestens einem Jahr hatte man jegliche Tätigkeiten zu absolvieren, die zur Jagd gehörten: Füttern, Wildäcker anlegen, Ansitzleitern bauen, erlegtes Wild (der anderen) versorgen, als Treiber tätig werden, an Ansitzen und Pirschen teilzunehmen, Ansprechen lernen, Waffentechnik. Das bekam man in langer Zeit Praxis beigebracht und nicht in einem zweiwöchigen Schnellkurs als Trockenübung. Anhand dessen konnte man sich selbst ebenfalls prüfen, ob die Jagd wirklich das ist, was man sich vorgestellt hatte.


War man dann Jäger, war das Meiste bereits geübt und gewohnt. Die Theorie, also Lehrgang und Prüfung, fand eher abrundend statt. Alles, was zum Jagen gehörte, wurde so natürlich auch später keinem „Niederen“ übertragen, man machte selbst. Heute gehen viele auf Jagd, um totzuschießen, möglichst aus dem Trockenen und Warmen heraus. Mit Naturerleben hat das nichts mehr zu tun. Wie ciele kennen ihre Reviere nicht mal und kennen, damit sind Stock und Stein gemeint.


Ich habe auf den letzten Drückjagden (als Treiberin) vor Jahren Dinge gesehen, die mir die Haare zu Berge stehen ließen. Hirsche erschießen, aber nicht mal ansatzweise wissen, wie Wild aufgebrochen wird. Und der Umgang mit der Waffe... Ich bekam noch Anschnauzer feinster Güte, wenn aus Versehen der Lauf einer (ungeladenen) Waffe auch nur ansatzweise in Richtung eines Menschen zeigte. Entladen wurde sofort, noch vor dem Abbaumen oder Verlassen des Standes, in der Minute, wo die Jagd endete.  Meine Waffen waren nicht in der Wohnung ausgestellt, sondern im Stahlschrank verschlossen und der Schlüssel dazu lag ebenfalls versteckt.
Etwas draußen zu beschießen, wovon man nicht genau wusste, was es ist (inklusive Alter, Aussehen und Beschaffenheit des Stückes), gab es nicht bzw. war mit Strafen belegt. Ein erlegtes Stück Wild klammheimlich beiseite zu schaffen, war für den Normaljäger, und das war die Masse, nicht drin. So war es dann tatsächlich möglich, das Wild zu bewirtschaften, wie es fachspezifisch heißt.
Rigoros? Ich finde, in solch einer „Sache“ ist das auch nötig. Es handelt sich immerhin um Lebewesen, denen man bewusst ein Ende bereitet.

Man hatte mir einige Male angeboten, doch wieder zur Jagd zu gehen, ich habe jedes mal abgelehnt, auch wenn ich gelegentlich wankte. Weil ich gerne zur Jagd gegangen bin, aber eben unter ganz anderen Bedingungen. Ich habe begriffen, dass ich regelrecht Glück gehabt hatte, zu einer Zeit Jägerin gewesen zu sein, wo trotz mancher, natürlich auch da vorhandener Auswüchse, ich gern eine hab sein wollen.

 



Hildruth Sommer
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