Gedankenbilder.
Und nun die Aussichten für morgen.
Wissen, wie's morgen wird. Geht nicht. Man
kanns nur vermuten. Wahrscheinlichkeiten, Hinweise,
logische Schlußfolgerungen. Und ein Gespür fürs Kommende
hat der Mensch sowieso nicht. Tiere schon eher – in gewisser
Hinsicht. Der Maulwurf, der seine Hügel frisch aufwirft, wenn
Regen bevorsteht. Warum und wieso er es „weiß“, bleibt ein
Rätsel. Wieder nur Vermutungen, wissen tuts keiner.
Reichts nicht, daß Mensch dadurch „erfährt“, daß es bald regnet?
Falls dem so etwas überhaupt auffällt. Die meisten
haben so etwas ja nicht mal noch im Auge. Obendrein: für manche
Wesen ist Regen ein Segen, für andere schädlich.
Das eigene Interesse.
Der Maulwurf schützt sich mit Erdhaufen, so wie die Wühlmaus.
Der Baum bzw. andere Pflanzen brauchen den Regen und
selbst unter denen hats Unterschiede.
Der Maulwurf tötet deswegen allerdings dafür nicht Bäume und
Pflanzen, der Mensch tut es. Die Pflanze, die trockeneres
Wetter braucht, „zieht um“ und/oder wächst dort erst gar nicht.
Wenn die Sonne sehr hoch steht, wird’s wärmer, steht sie tiefer,
wird’s kälter. Die Jahreszeiten, wo jeder weiß, warum und wieso
es die hat, wie sie entstehen. Ein Lebewesen bevorzugt
und braucht den Winter sogar, um überhaupt zu gedeihen, ein
anderes die Wärme. Nur hab ich noch nie gehört, daß
deswegen der Eisbär nach Süden zog, um das Gnu zu lynchen. Der
Mensch hat so was drauf.
In „gemäßigten Breiten“ gibts beides und jeweils nicht zu krass.
Es hatte aber auch Zeiten, da herrschte auch dort Eiszeit, ergo
meterdicker Schnee, Eis, klirrende Kälte und nichts wuchs mehr.
Die Kälte zog sich irgendwann wieder in den Norden zurück... man
kennt es. Die Ursachen nicht. Vermutungen, Wahrscheinlichkeiten.
Ein bißchen Wissen, mehr nicht.
Wer unter diesen Bedingungen als Wesen nicht existieren, sprich
überleben konnte, ist „weitergezogen“, kam später vielleicht
wieder zurück... oder er hat sich angepaßt, ging ja nicht von
jetzt auf nachher. Wer weiß es.
Anstatt mit der Natur und ihrem Lauf zu leben, wozu eben auch
das Universum zählt, leben nicht mal wenige Menschen dagegen.
Interessen, auch noch sehr kurzfristige, denn wie viele Jahre
währt sein Dasein auf Erden? Nicht nur als Spezies im Gesamten
gemeint, sondern gerade das eines jeden einzeln.
Wenn der Mensch wissen will, wie es morgen wird, geht es nur um
sich, logisch. Dem Maulwurf in dem Moment ja genauso. Nur macht
der dann einfach Hügel und bringt eben die Bäume nicht
um, nur weil die was anderes brauchen als er selber.
Anders sind. Der Mensch tut es.
Ein saublödes Wesen, weil er dadurch ständig mit allem im Clinch
liegt. Sogar mit dem, was er nicht ändern kann. Zu
diesem „saublöd“ kommt nämlich auch noch etwas anderes: Ego.
Jenes „ich bin mehr wert“. Eine maßlose Erhöhung der eigenen
Bedeutung, damit er seine Wünsche, Ziele, Ansprüche "begründen
kann", sprich seines Wertes in Bezug auf alles andere. Damit
begründet er u.a. billige Gier. Nach Land, nach Rohstoffen und
mehr noch.
Bei keiner anderen Kreatur hat es eine derartige Dummheit,
Arroganz, Überheblichkeit, Selbstüberschätzung, Hybris, Hochmut.
Wurscht, wie man das bezeichnet. Es läuft immer aufs Gleiche
hinaus: Tod und Zerstörung. Lebensfeindlich.
Und dann will der auch noch wissen, was morgen ist? Na gut, sein
Leben bemißt sich nach Tagen, Jahren, maximal ein paar
Jahrzehnten. Dankbarerweise, denn das Wesen und länger?
Nä. Obwohl, da hats Gene und Nachfahren. Und der Apfel fällt
meist nicht grade weit vom Stamm.
Die Zukunft der Menschheit also. Und das bei der
lebensfeindlichen Gesinnung?
„Der Rote Mann kämpft für sein Volk, seine Familie, um
Nahrungsvorräte und Jagdgebiete, um das Überleben. Der Weiße
Mann kämpft aus Gier nach mehr für sich und seinen Hunger nach
Geld und Gold. Er denkt an sich immer zuerst. Bei den roten
Männern ist der reich zu nennen, der viele Geschenke macht;
bei den weißen Männern kommt es darauf an, immer noch mehr
anzuhäufen und bloß nichts wegzugeben. Der rote Mann liebt die
Natur, weil er ein Teil von ihr ist. Der Weiße Mann tötet die
Natur, obwohl auch er ein Teil von ihr ist. DAS nenne ich
verrückt…“ (angeblich von „Suvate, Dog Soldier“,
einem Cheyenne-Krieger).
Ich wurde in wirklich gute Zeiten hineingeboren und dann auch
noch an einem Ort, der ebenfalls richtig gut war: die DDR. Dort
galt friedliche Koexistenz. Gut für Menschen, die mit ihren
Händen arbeiten wollten und immer gearbeitet haben, die lernen
wollten und immer gelernt haben, außerdem in Frieden leben
wollten. Und so gab es u.a. das Recht auf Arbeit und gute
Bildung, Lernen, aber auch die Pflicht dazu, insofern sie
gesundheitlich bzw. vom Alter her in der Lage waren. Schlecht
war dieser Staat nur für jene, die (auch) so etwas auf Kosten
anderer wollten. Ihre Interessen, sie selber „mehr wert“.
Auf diese Art und Weise haben sich die Leute des Westens ja auch
nach 1990 uns gegenüber und bei uns benommen.
Zerstört, was dort mal geschaffen wurde, sich selbst eine Menge
eingeheimst, Konkurrenz plattgemacht, die DDR als Staat und ihre
Menschen verleumdet, schlecht geredet, herabgewürdigt. Machen
sie noch heute. Müssen ja „mehr wert sein“.
Bei dem Ergebnis? Was allerdings vorhersehbar war, das ja, denn
mit ein bißchen Denken... Momentan herrscht pure Wut,
narzißtische Kränkung, durchaus erklärbar. Hilft trotzdem nicht.
Die Dinge sind wie sie sind. Lügen haben kurze Beine, Unrecht
Gut gedeihet nicht und Hochmut kommt vor dem Fall.
Da existiert nur eine Lösung und die fängt nun mal bei
sich selbst an: Ehrlichkeit. Das Ego mal in die Ecke stellen.
Obendrein: Den Kriminellen unter ihnen geht’s logischerweise an
den Kragen. Ob die wissen wollen, was morgen ist? Ich glaube
nicht. Das wissen solche ausnahmsweise mal sehr gut. Sie haben
nur geglaubt, gehofft. Hoffen und Harren... man kennt es.
Bis demnächst.
See you soon
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