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Gedankenbilder.

... und weg.

Wenn ich draußen spazierengehe, habe ich mittlerweile zu gern meine Ruhe – vor Menschen. Um ungestört aufnehmen können, was mir die Natur in dem Moment zeigt. Um zu sehen, zu hören, zu riechen. Daß mein Hund mal ein bißchen „was anderes schnüffeln kann“, denn er ist nun mal ein Nasentier, als Jagdhund besonders. Tut er dort auch ausgiebig. Im Garten, oder besser „in meinem Park“, denn nur Garten ist das schon lange nicht mehr, „zu natürlich“, macht er es genauso. Wo haben sich Mäuse versteckt, wo ist zuvor „etwas anderes“ entlang gelaufen, Katze, Marder und Fuchs zum Beispiel.
Die Grundlage ist Erkenntnisse gewinnen, Wissen, denn das bin ich mir wert. Nur so kann ich auf bestimmte Dinge „angemessen“, also richtig, „passend“ (für mich) reagieren. Ohne selber viel falsch zu machen und/oder danach zu bereuen.

So macht das auch „das Leben“ auf unserem Planeten. Es reagiert automatisch. Ist etwas im Ungleichgewicht, dem Gesamten auf diese Weise abträglich, wird es durch Gegenläufiges ausgeglichen. Immerhin hängt ja eins vom anderen ab. Beim Wetter zum Beispiel recht gut ersichtlich. Im Kleinen allerdings auch. Zu viele Mäuse, vielleicht durch sehr milde Winter, dadurch viel Nahrung und somit geringe „Todesfälle“, gleich haben ihre Freßfeinde viel Nachkommenschaft. Zack, schon reduzieren diese vielen die Mäusepopulation wieder auf Normalmaß. So werden danach aber auch deren Freßfeinde wieder geringer. Danach nehmen die Mäuse erneut zu... Ein ewiger Kreislauf - und hochinteressant. Oder jene Wunderwelt der Bäume.
Man lernt draus – wenn's einer will. 
Und genau das ist die Krux des „modernen“ westlichen Menschen. Wissen, Fragen, Informieren? Wozu? „Ich weiß doch schon alles und besser... als jeder andere.“ Sogar besser als die Natur selber. Bei wie vielen ist das der Fall.

Arroganz. Hochmut. Diese Leute sollten sich mal das uralte Sprichwort bzw. die alte Lebensweisheit vor Augen führen, nichts anderes sind Sprichwörter ja, daß Hochmut vor dem Fall kommt. Sich fragen, warum das so ist.

Machen wenige. Wie viele sind sogar der Überzeugung, daß genau das oder auch nur für sie nicht zutrifft, denn sie – sie sind was Besonderes. Manche betrachten sich sogar als göttlich.
Diese Art Menschen hat es heute so häufig, daß ich mir sie zu gern erspare. Es bringt auch nichts, mit ihnen friedlich zu reden, ich ändere sie nicht. Sie sind wie sie sind und haben eben diese oder jene Überzeugung. Zum Beispiel, „wie ein Hund zu sein hat“. Oder wie ein Hundeführer, der Besitzer eines solch vierbeinigen Wesens. Wie die Welt zu sein hat oder das Wetter.
Nichts wird genommen wie es ist, sondern beurteilt, bewertet. Und wie oft nach „vorgegebenen Narrativen“ noch anderer Leute. Für sie zählt mein Wissen, meine langjährige Erfahrung mit meinem treuen Begleiter oder dem Wetter etc. nicht. In dem Moment werte und wichte ich dann aber auch: Entsprechend meiner Erfahrung mit solchen Leuten. Und die sagt mir in dem Moment: Solche tun mir nicht gut. Und da das heute derart viele sind... lieber alleine draußen und keine Begegnung.
Freilich, es hat schon noch ein paar, da läuft es entspannt ab und man unterhält sich gerne. Die bleiben bei sich, ihren Erfahrungen mit ihrem Hund, falls in Begleitung, und das wars dann. Noch einen schönen Tag und vielleicht sieht man sich ja mal wieder.
Sie belehren nicht. Sie wissen nicht „besser“.
Selten geworden, leider.

Der Westen ist krank. Wirklich narzißtisch. Und es braucht nur einen solchen Narzißten in einer Gruppe, egal welcher Natur die ist, und die gesamte Gruppe ist im Eimer. Narzißten vergiften und schaffen weißgott alles (Normale und Gesunde ab) - wenn der darin geduldet wird. Als wirklich heilbar gilt krankhafter Narzißmus übrigens nicht.
Und da kommen dann jene zum Zuge, die sich ebenfalls profilieren, sprich aufwerten wollen: die „Guten“. Als Fachbegriff hats dafür „Co-Abhängigkeit“. Der Narzißt ist abhängig von Anerkennung, Beifall, „Erfolg“, ist bestätigungssüchtig, braucht dazu Macht und absolute Kontrolle, des Co-Abhängigen Wunsch und Wille ist aber Gleiches. Er verwirklicht es dann nur übers „Gutsein“, Moralisieren, was aber mit Moral selbst nicht mal was zu tun hat. 

Im Grunde genommen liegt das Problem „der Menschheit“ im Ego. Sogar Gier hat es als Basis.
Und verdibbich nochmal, das hat nicht mit „fehlender Liebe“ (in der Kindheit) zu tun, sondern eher mit zu viel, exakter: Falsch verstandener Liebe. Sie ist nicht, daß man jedem alles erlaubt und alles durchgehen läßt, was einen selbst oder z.B. die Familie betrifft, bedingungslos hinter ihm steht, egal was er tut. Schadet es mir oder der bzw. irgendwem in der Familie, kann ich durchaus fordern.  Tut ers nicht, hats Konsequenzen und die können demjenigen auch durchaus mal wehtun. So macht derjenige „seine Erfahrungen“. Und schon Aristoteles soll gesagt haben, daß Schmerz uns (Menschen) Lektionen lehrt, die uns Komfort nicht vermitteln kann, und sei daher ein notwendiger Bestandteil der persönlichen und intellektuellen Entwicklung.
Zusätzlich hats da aber auch noch die Gene. Wie vieles ist schlichtweg Anlage.

Nur was bitte soll herauskommen, wenn eine Gesellschaft bzw. System Ego, Großmannssucht und „Ich um jeden Preis“ betont, hervorhebt, puscht, belohnt, das egomanische, narzißtische Arschloch fördert, indem der Typ infolgedessen gute Lebensbedingungen vorfindet, alle anderen Leute, die es nicht sind, schlechte?
Eine kapitalistische ist für so etwas geradezu prädestiniert. Eine sozialistische oder kommunistische allerdings ebenfalls  nicht frei davon, belohnt sie doch genauso Wohlverhalten „im Sinne von“ eben jener Ideologie. Folge ich dem, was darin also andere mir vorgeben, werde ich belohnt, wenn nicht... und so weiter.

Dagegen hatte ich schon immer was. Das war ich nie, mir von jeher zuwider. Autoritäten habe ich schon als Kind "automatisch hinterfragt“. Kam ich selbst zu dem Ergebnis, daß xyz richtig ist oder die bessere Lösung eines Problems darstellt, wars gut. Frei von Eigenkorrekturen natürlich nie, man wird ja älter, erfahrener mit einem Wort.
Die eigene Moral, das ist es.

Moralisierend unterwegs sein, das stellt in meinen Augen eine äußerst simple, unreife Bewertung des Lebens und seiner täglichen Erscheinungen dar. Mit geringer Selbstreflexion und geringer Selbstständigkeit. Erwachsen geworden (auf dem Papier) zeigen solche Leute leider stark narzißtische Züge, sind (weiterhin) emotional instabil und besitzen eine hohe Abhängigkeit von anderen Menschen. Bewertet wird hoch emotional.  Egozentrismus, Impulsivität und eine geringe Frustrationstoleranz sind ebenfalls zu bemerken. Vor allem Angst. Daher wohl auch die Vermeidung von Verantwortung und das Bedürfnis, „rundum versorgt zu werden“. Selbstmitleid, dramatisierende Selbstdarstellung und die Neigung zur Idealisierung des eigenen Verhaltens. Der Größte, der Beste, „gut“, Selbstzufriedenheit, Selbstbeweihräucherung üblich. Null Respekt, vor nichts und niemand, auch nicht vor dem Leben. Weder Demut noch Dankbarkeit, Bescheidenheit erst recht nicht.

Nur hat das Leben auf diesem Planeten eben stets Folgen, das Prinzip von Ursache – Wirkung, im Großen wie im Kleinen, wie oben, so unten und wie unten, so oben geltend. Nur ein paar milde Winter in Folge und die Vögel, die bisher gen Süden zogen, weil an Kälte nicht angepaßt, bleiben das ganze Jahr in ihren Brut- Aufzucht- und Sommerregionen, gut für sie, schlecht für die von jeher standorttreuen Nichtzieher: Der Kampf um die besten Brutplätze und Nahrung. Es reicht aber bereits EIN wieder normaler Winter und jene zuvor nach Süden ziehenden Vögel ... Nicht gewöhnt, nicht dafür geeignet, nicht auf Kälte und Schnee vorbereitet. Sie wissen nicht, wo im Winter Futter zu finden ist, hatten unter solchen Bedingungen nie danach suchen müssen.
Aber Vögel kommen wenigstens nicht auf die Idee, „gut“ zu sein. ;)  Als standorttreue Vogel seine eh knappe Nahrung im Winter oder sich gar selber als Futter für jene Zugvögel anzubieten. Die Wühlmaus verfällt nicht darauf, viele Junge zu kriegen, um den Fuchs zu versorgen. Der Fuchs verzichtet nicht freiwillig auf Nachwuchs, damit es der Wühlmaus gut geht und sie sich ungestört vermehren kann. Oder gar jene Artgenossen zu lynchen, die es ihm nicht gleichtun.
Der Mensch schon. Der westliche wohlgemerkt. In meinen Augen völlig daneben, anormal.
In kapitalistischen Systemen bewußt „in genau diese Richtung gezüchtet“, damit „der Greifvogel als lachender Dritter“... Mit einer Entschuldigung an Greifvögel, denn ich weiß, sie sind nicht derart behämmert oder gar bösartig wie etliche Menschen.
Daher: Die „Krönung der Schöpfung“? Na ich weiß ja nicht. Eher ein bedauerlicher Unfall, weil sie nicht nutzen, was sie von ihr erhielten: Geist. Verstand, Vernunft, Denkfähigkeit.

Meine Vorfahren waren in der Hinsicht jedenfalls weiter und um Längen klüger als die Menschen westlicher Kultur heute. Die Menschen damals hatten ja auch so manch Negatives erlebt. Meine Eltern Krieg, die Großeltern gleich zwei und viel Schlimmes davor, dazwischen. Waren froh, daß es vorbei war,  endlich Frieden herrschte, der Bauer und Arbeiter, also diejenigen, die die Produkte erschafften, in der DDR endlich ein gutes Leben hatten, kein abhängiges, geknechtetes Dasein, und mein Vater endlich ein Zuhause.
Es kann allerdings keiner in Frieden leben, wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt, und das waren im weiten Westen all jene vorgenannten Gestalten. Der, die (auch) auf meiner Vorfahren Kosten reich geworden waren und „ums Verrecken“ (das anderer) ihren Reichtum behalten wollten, also diese Kriege losgetreten hatten, im eigenen Interesse, was sonst.
„Die Menschen waren in der Politik stets die einfältigen Opfer von Betrug und Selbstbetrug, und sie werden es immer sein, solange sie nicht lernen, hinter allen möglichen moralischen, religiösen, politischen und sozialen Phrasen, Erklärungen und Versprechungen die Interessen dieser oder jener Klassen zu suchen.“  Das äußerte schon Lenin 1913. (LW, Bd. 19, S. 8)

Und ich habe beide Systeme erlebt, also weiß ich, von was ich rede und man erzähle mir keinen Scheiß.

Meine Generation besaß in jungen Jahren jedenfalls dadurch ein richtig gutes Leben, im Verhältnis zu unseren Eltern und Großeltern betrachtet. Wir wollten lediglich nicht mehr gar so hart arbeiten müssen wie sie, denn der Anfang, die Jahre nach dem Krieg, waren schwer, im Osten besonders. Kein Ami, der – so verschont wie der von seinem eigenen Mist gewesen war – zuschusterte, um seine Ziele zu erreichen. Die, die damals wie heute nicht „edel, hilfreich und gut“ gewesen sind.  Dumme haben ihnen das allerdings sehr gern geglaubt. Nur - Kapital kennt eben  keine Moral. Sie moralisieren stattdessen, um die Masse im Sack zu halten.

Die Generationen, die unserer folgten, wollten „mehr“. Da war, grob gesagt, so gut wie nichts mehr ausreichend und gut genug. Wieso das denn? Weil sie „mehr wert waren“? Und wieso das schon wieder? Da ist es erneut: Hochmut. Arroganz. Sich als superklug, schlau, allwissend, toll usw. wähnen. Und so kam das Gegenteil zustande. Inkompetenz, Leere, Achtlosigkeit,  Abkehr von traditionellen Werten, Dekadenz. Infantilität und Emotionalität, vor allem Angst. Die, nicht genug zu kriegen, Materielles wie Immaterielles gemeint. Angst zu verlieren, was man schon hat. Angst vor Ärger, Auseinandersetzung, Kritik, schlechter Bewertung, Angst vor Krankheit und Alter. Lang genug leben ja, aber alt werden nein, die Hudeleien drumherum. Angst vorm Ausgeschlossenwerden (nicht mal sein). Die vor Jobverlust, etwas zu sagen oder nicht zu sagen... oh, solche finden immer was, vor dem sie zittern. Und so etwas zieht ja auch „bei den Guten“. Da können die dann so richtig loslegen, „gut zu sein“.

So war aber auch klar, was in Folge „auf der Welt“ passiert, wenn die UdSSR sich auflöst und so auch ihren Vertragsstaaten in den Rücken fällt, obwohl sie die erst in ihrem Sinne erschaffen hatten. Das nennt man Verrat. Ab da brauchte der imperialistische Westen seine Flecken und das Fell nämlich nicht mal noch wechseln, wenn er auf seine üblichen Raubzüge ging. Wenn einer sogar dem Teufel die Hand reicht, ist er keinen Deut besser als der Teufel selber.

Veränderung beginnt im Kopf. Es ist der Moment, in dem einer anfängt zu denken und aufhört, ein unschönes Spiel mitzuspielen, weil er durchschaut hat, dass es eins ist.
Was meiner inneren Überzeugung widerspricht, tue ich nicht. Wenn andere eine andere haben: ihr Ding. Damit müssen sie leben, ich nicht. Distanz.

Das Wetter im letzten Winter und in diesem Frühling ist für diese, unsere Breiten jedenfalls mal wieder normaler gewesen, also eher so, wie auch ich es noch aus früheren Zeiten kenne. Keine zu zeitige Wärme bereits im Februar oder März mit später brachialen Frosteinbrüchen voll in die Apfelblüte. Ganz langsam, Stück für Stück, gemächlich. Die Nächte kalt, am Tag recht frisch, obwohl die Sonne tatsächlich übermäßig häufig schien. So kühlte der Boden allerdings auch nicht zu sehr aus. Die sogenannten Eisheiligen erschienen pünktlich. Am Regen mangelte es zeitweise, der kam aber nach. Und: „Ist der Maien kühl und naß...“  Die Eiche grünte hier heuer vor der Esche. Ich bin gespannt. Und selbstverständlich fingen etliche Leut sofort an zu jammern. Des einen Freud ist des anderen Leid und mit " normal" kommen viele nicht mehr zurecht. Eine Schwalbe oder der Star sind allerdings nicht wichtiger als Amsel und Meise. Gimpel wie Stieglitz sind jedenfalls kaum noch zu sehen.

Warum sorgt der Landwirt eigentlich dafür, daß bei denen  Essen auf dem Tisch steht, die ihn und seine Arbeit nicht schätzen? Er selbst kann sich doch mit Nahrung versorgen. Und?
„Tue nichts Gutes, dann widerfährt dir nichts Böses.“ Sprichwörter sind uralte Weisheit. Und wie es in den Wald hineinruft... Egoismus gebiert Egoismus. Narzißmus ruft Ablehnung, Abkehr, Desinteresse hervor. Und wer Krieg will, bekommt ihn, bei sich.


Gary Moore
Zum deutschen Text des Liedes geht's hier.
Ich habe bewußt Gary Moore gewählt, denn von ihm stammt das Original.



Bis bald.
See you soon
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