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Gedankenbilder.

Massenpsychosen.

 

Eine Szene im Film „Kästner und der kleine Dienstag“. Leere Tische im Gastraum eines Lokals. Erich Kästner, als einziger Gast und der Wirt, der die Verdunklung an den Fenstern  anbringt. Man spricht leise, die Worte sind ernst, schweren Inhalts. Ein bedrückendes Szenario. Noch nicht mal ein Menschenalter her.

Es ist wieder so weit. „Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung“, Zitat Kästner.
George Orwell, „Die Farm der Tiere“, Zitat: „Die Tiere draußen blickten von Schwein zu Mensch und von Mensch zu Schwein, und dann wieder von Schwein zu Mensch; doch es war bereits unmöglich zu sagen, wer was war.“

Sie sind, was sie sind. In der Masse ins Primitive zurückfallend, emotional kindlich, leicht zu täuschen, leicht beeinflussbar durch Bilder, Begriffe, Geschichten.

„Gustave Le Bon zeigt in seinem Werk „Die Psychologie der Massen“ auf, dass das Individuum mit dem Eintreten in eine Masse, einer grundlegenden Transformation unterzogen wird, die zu einer Regression der Kulturstufe führen kann.“ Die Rede ist von Gewissens-und Verantwortungsverlust wie hoher Suggestibilität. Der Einzelne, der da nicht hineinpasst, wird sogar mit Gewalt bedroht oder psychisch und physisch vernichtet. Eben alles, was anders ist und anders denkt.
Freud räumt ihr eine Macht ein, die sogar den Selbsterhaltungstrieb zum Erliegen bringt. Er erkennt, dass „in den Massen der Einzelne ein Gefühl unendlicher Macht erlangt, welche es ihm gestattet, Triebe auszuleben, die er als Individuum hätte zügeln müssen“. Neben Autoritätsgläubigkeit, Allmachtsglauben und einem Verlust von Intelligenz zeigt sich in der Masse das Individuum allerdings auch in einer gewissen Form uneigennützig und rückt von seinem persönlichen Vorteil ab, so Freud. Er geht in der Masse auf.
Und weiter: " Eine primäre Masse ist eine Anzahl von Individuen, die ein und dasselbe Objekt an die Stelle ihres Ich-Ideals gesetzt und sich infolge dessen miteinander identifiziert haben. "

Genau das konnte man nun alles innerhalb von nur zwei Jahren in seinen massiven Auswüchsen wieder erleben.
Le Bon schrieb auch, dass diese Psychosen von Kultur zu Kultur unterschiedlich stark ist. Leben sie natürlich, haben eine gute und enge Verbindung zur Natur, sind in kleinen Gruppen untereinander gut vernetzt, sind sie nicht so anfällig. Die Indianer zum Beispiel.

Und damit hat es eigentlich die Lösung für das Problem bzw. den Weg zur Herauslösung aus einer kranken Masse, die durchaus aber auch kleinere Gruppen treffen kann. Das  gleiche Objekt ist dann eine Leidenschaft, ein Hobby. Es kommt zu einer Art fanatischen Verfolgens, was alles andere aus dem Sichtfeld rücken lässt. Die Folgen sind ähnlich.

Nicht für umsonst findet man unter nicht so „gesellig lebenden“ Personen weniger Anfällige für derartige Psychosen. Sie bleiben kritischer, rationaler, egal was behauptet wird und von wem, sitzen dann aber einzeln in irgendwelchen Lokalen, flüstern und ziehen Verdunklungen runter. Denn eine oft bzw. sogar ständig wiederholte Behauptung ist immer der Anfang.

Beispiele gefällig?

Die Juden vernichten das Christentum.
Das sind Hexen und stehen mit dem Teufel im Bunde.
Der Jude hat die Brunnen vergiftet.
Die Germanen sind die überlegene Rasse, der Rest Untermenschen.
Amerika wird angegriffen.
Das Virus tötet uns alle.
Die Ungeimpften sind schuld.
Russland ist der Böse.

Und das Wort, was in letzter Zeit am meisten zog: Solidarität. Damit wird der Einzelne noch enger an die Gruppe/Masse gebunden.

Meine Güte! Le Bons Buch aus dem Jahr 1895 gehört nicht für umsonst seit damals zum Standardwerk jedes Managers, Politikers und Leaders. Gleichzeitig ist es gefürchtet, deckt es doch Machenschaften auf. Nur, befindet sich die Masse schon mittendrin, in der Psychose, ist sie auch dagegen taub. Sie will nicht mehr wissen, sie will nur noch gesagt bekommen.

Im Moment reißt sie den rechten Arm nach oben und schreit.
Es ist wieder da.
Ich gehe hinein und mache die Verdunklung runter.





Bis bald.
See you soon
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